Über HGH (Somatropin)
Somatropin ist gentechnisch hergestelltes menschliches Wachstumshormon – sequenzidentisch mit dem, was die Hirnanhangsdrüse selbst produziert: eine Kette aus 191 Aminosäuren mit zwei Disulfidbrücken. Bis 1985 wurde es aus Hirnanhangsdrüsen Verstorbener gewonnen, bis Übertragungen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit diese Praxis beendeten; seither wird es rekombinant in Bakterien hergestellt. Ein Teil der Wirkung entsteht direkt an Fett- und Muskelzellen, der größere Teil indirekt: Wachstumshormon veranlasst die Leber, IGF-1 zu bilden, und erst dieses wirkt auf Knochen, Knorpel und Muskulatur. Im Unterschied zu Sekretagoga wie CJC-1295 oder Ipamorelin ersetzt Somatropin das Hormon, statt seine Ausschüttung anzuregen – die körpereigene Regelschleife wird dabei überschrieben.
Was in Studien beobachtet wurde: Somatropin ist seit Jahrzehnten für klar umrissene Indikationen zugelassen: Wachstumshormonmangel bei Kindern und Erwachsenen, Turner-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom und weitere. Bei nachgewiesenem Mangel sind die Effekte gut belegt – Körperzusammensetzung, Knochendichte und Leistungsfähigkeit verbessern sich messbar. Bei Menschen ohne Mangel sieht die Datenlage anders aus: Kontrollierte Studien an gesunden Älteren zeigten zwar mehr fettfreie Masse und weniger Fettgewebe, aber keine entsprechende Zunahme von Kraft oder Ausdauer, dafür deutlich häufiger Wassereinlagerungen, Gelenkschmerzen, Karpaltunnelsyndrom und eine verschlechterte Insulinempfindlichkeit.





