Über Tesamorelin
Tesamorelin ist ein Analogon von GHRH – jenem Botenstoff, mit dem der Hypothalamus der Hirnanhangsdrüse den Befehl zur Wachstumshormon-Ausschüttung gibt. Natürliches GHRH wird binnen Minuten vom Enzym DPP-4 zerschnitten. Bei Tesamorelin sitzt am vorderen Ende eine trans-3-Hexensäure genau dort, wo das Enzym ansetzt, und blockiert die Schnittstelle. Der Körper produziert dabei eigenes Wachstumshormon, statt es ersetzt zu bekommen – die natürliche Regelschleife bleibt erhalten.
Was in Studien beobachtet wurde: Tesamorelin ist unter dem Namen Egrifta zur Behandlung von viszeraler Fettvermehrung bei HIV-assoziierter Lipodystrophie zugelassen – es hat also volle Phase-3-Daten. In den beiden Zulassungsstudien sank das viszerale Fettgewebe nach 26 Wochen gegenüber Placebo um 19,6 % beziehungsweise 11,7 %. Betroffen war gezielt das Bauchraumfett um die Organe, nicht das Unterhautfett. Parallel stieg IGF-1 als Marker der Wachstumshormon-Achse an. Nach Absetzen bildete sich der Effekt zurück.




