Über Dihexa
Dihexa ist ein synthetisches Dipeptid-Derivat, entwickelt an der Washington State University. Ausgangspunkt war Angiotensin IV – ein Bruchstück des Blutdruckhormons Angiotensin, von dem man wusste, dass es im Gehirn Lern- und Gedächtnisleistungen beeinflusst, das aber viel zu schnell abgebaut wird und die Blut-Hirn-Schranke kaum passiert. Dihexa wurde gezielt so umgebaut, dass beide Probleme wegfallen: fettlöslich genug fürs Gehirn und stabil gegen Enzyme. Der Wirkmechanismus setzt am Hepatozyten-Wachstumsfaktor HGF und dessen Rezeptor c-Met an. Dieses System steuert im Gehirn die Bildung neuer Synapsen – Dihexa verstärkt die Signalübertragung dort, statt selbst als Botenstoff zu wirken.
Was in Studien beobachtet wurde: Kontrollierte Studien am Menschen existieren nicht – Dihexa hat nie eine klinische Prüfung durchlaufen und ist in keinem Land zugelassen. Die Datenlage besteht aus Zellkultur- und Rattenmodellen einer einzelnen Forschungsgruppe. Dort verbesserten sich in Modellen mit gezielt gestörtem Gedächtnis die Ergebnisse im Wasserlabyrinth-Test deutlich, und in Nervenzellkulturen nahm die Zahl der Synapsen zu. Kritisch anzumerken ist, dass genau der beschriebene Mechanismus – die Verstärkung eines Wachstumsfaktor-Signalwegs – auch bei Tumorwachstum eine Rolle spielt; Langzeit- oder Sicherheitsdaten am Menschen liegen dazu nicht vor.
In der Anwendungspraxis wird Dihexa überwiegend als Nootropikum im Kontext von Gedächtnis und kognitiver Leistung eingesetzt.



