Über Cagrilintide
Cagrilintide ist ein langwirksames Analogon von Amylin – dem Hormon, das die Bauchspeicheldrüse zusammen mit Insulin ausschüttet. Amylin meldet dem Hirnstamm Sättigung und verlangsamt die Magenentleerung. Natürliches Amylin verklumpt und zerfällt binnen Minuten; bei Cagrilintide wurden einzelne Aminosäuren getauscht und eine Fettsäurekette angehängt, die sich an Albumin im Blut bindet. Damit hält die Wirkung eine Woche statt Minuten. Angriffspunkt sind Amylin- und Calcitonin-Rezeptoren.
Was in Studien beobachtet wurde: In einer randomisierten Phase-2-Studie an Menschen mit Typ-2-Diabetes senkte Cagrilintide 2,4 mg einmal wöchentlich über 32 Wochen das Körpergewicht um durchschnittlich 8,1 % gegenüber dem Ausgangswert. Semaglutid allein erreichte im selben Studienarm 5,1 %, die Kombination aus beidem 15,6 %. Der HbA1c fiel unter Cagrilintide um 0,9 Prozentpunkte. Häufigste unerwünschte Effekte waren Übelkeit und Appetitverlust – beides direkte Folgen desselben Sättigungssignals, über das die Substanz wirkt.



