Über IGF-1 LR3
IGF-1 LR3 ist eine gentechnisch veränderte Fassung des Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktors 1. IGF-1 ist der Stoff, über den Wachstumshormon einen Großteil seiner Wirkung tatsächlich entfaltet: Die Leber produziert es auf GH-Signal hin, und erst IGF-1 wirkt dann an Muskel-, Knochen- und Knorpelzellen. Im Blut ist natürliches IGF-1 fast vollständig an Bindungsproteine gekoppelt, die es inaktiv halten und binnen Minuten aus dem Verkehr ziehen. Bei der LR3-Variante wurde ein Baustein getauscht und eine 13 Aminosäuren lange Verlängerung angehängt – beides zusammen verhindert das Andocken der Bindungsproteine. Das Molekül bleibt dadurch frei verfügbar und deutlich länger aktiv.
Was in Studien beobachtet wurde: IGF-1 LR3 wurde nie als Arzneimittel für den Menschen entwickelt – es ist ein Laborreagenz, das in der Zellkultur als Wachstumszusatz verwendet wird, weil es dort zuverlässiger wirkt als natürliches IGF-1. Kontrollierte Studien am Menschen existieren nicht. Für das unveränderte IGF-1 hingegen gibt es sie: Es ist als Mecasermin bei schwerem angeborenem IGF-1-Mangel zugelassen, und dort ist Unterzuckerung die häufigste und wichtigste unerwünschte Wirkung – IGF-1 bindet in geringem Maß auch am Insulinrezeptor. Bei der LR3-Variante ist dieser Effekt wegen der fehlenden Bindungsproteine tendenziell stärker ausgeprägt.
In der Anwendungspraxis wird IGF-1 LR3 überwiegend im Kontext von Muskelaufbau und Regeneration verwendet. Belege am Menschen liegen dafür nicht vor.




