Über Epitalon
Epitalon (auch Epithalon geschrieben) ist ein im Labor hergestelltes Peptid aus nur vier Bausteinen – den Aminosäuren Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure und Glycin. Es ist die nachgebaute Version eines natürlichen Stoffes namens Epithalamin, den eine winzige Drüse mitten im Gehirn produziert: die Zirbeldrüse. Diese Drüse ist unter anderem dafür zuständig, unseren Tag-Nacht-Rhythmus zu steuern.
In der Forschung ist Epitalon vor allem aus einem Grund spannend: Es wirkt auf ein Enzym namens Telomerase. Einfach erklärt – in jeder unserer Zellen steckt die Erbinformation auf langen Strängen (den Chromosomen), und deren Enden sind durch sogenannte Telomere geschützt. Man kann sich das wie die kleinen Plastikkappen an den Enden eines Schnürsenkels vorstellen, die verhindern, dass er ausfranst. Bei jeder Zellteilung werden diese Schutzkappen ein Stück kürzer. Die Telomerase ist genau das Enzym, das sie wieder verlängern kann.
Weil dieser Mechanismus eng mit dem Thema Zellalterung zusammenhängt, dient Epitalon in präklinischen Modellen als Forschungswerkzeug, um die Zusammenhänge zwischen Zirbeldrüse, Telomerase und Alterungsprozessen zu untersuchen.






