Über Epitalon
Epitalon, auch Epithalon geschrieben, ist ein synthetisches Tetrapeptid aus Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure und Glycin. Es ist die nachgebaute Kurzfassung von Epithalamin, einem Stoff aus der Zirbeldrüse – jener kleinen Drüse im Zentrum des Gehirns, die den Tag-Nacht-Rhythmus über Melatonin steuert. Das Forschungsinteresse gilt einem Enzym namens Telomerase. Die Enden unserer Chromosomen sind durch Telomere geschützt, vergleichbar mit den Plastikkappen an Schnürsenkeln, und werden bei jeder Zellteilung kürzer. Telomerase ist das Enzym, das sie wieder verlängern kann – in den meisten Körperzellen ist es abgeschaltet. Epitalon wurde in Zellkulturen mit einer Reaktivierung dieses Enzyms in Verbindung gebracht.
Was in Studien beobachtet wurde: Die Datenlage stammt fast ausschließlich aus russischen Publikationen der Forschungsgruppe um Wladimir Chawinson, überwiegend aus den 1990er und 2000er Jahren. In Zellkulturen menschlicher Fibroblasten wurde eine verlängerte Teilungsfähigkeit und eine Zunahme der Telomerlänge beschrieben. Eine über Jahre laufende Beobachtungsreihe an älteren Menschen berichtete eine niedrigere Sterblichkeit in der behandelten Gruppe – das Studiendesign entspricht jedoch nicht heutigen Standards, es fehlen Verblindung und unabhängige Kontrolle. Bestätigungen durch Gruppen außerhalb Russlands stehen bis heute aus. Epitalon ist in der EU und den USA nicht zugelassen.
In der Anwendungspraxis wird Epitalon überwiegend im Longevity-Kontext und zur Unterstützung des Schlafrhythmus eingesetzt.







