Über Semax
Semax ist ein synthetisches Heptapeptid russischer Entwicklung. Ausgangspunkt war ein Fragment des Hormons ACTH – genauer dessen Abschnitt 4-10, von dem bekannt war, dass er Lern- und Aufmerksamkeitsleistungen beeinflusst, ohne die Nebennieren zu stimulieren. An dieses Fragment wurden drei zusätzliche Aminosäuren gehängt, Prolin, Glycin und Prolin. Diese Endung schützt das Molekül vor dem enzymatischen Abbau und verlängert die Wirkdauer erheblich. Der bekannteste Mechanismus ist eine Erhöhung von BDNF im Hippocampus – jenem Wachstumsfaktor, mit dem Nervenzellen neue Verbindungen bilden und bestehende stabilisieren. Zusätzlich greift Semax in das Melanocortin-System ein.
Was in Studien beobachtet wurde: Semax ist in Russland und einigen Nachfolgestaaten als Arzneimittel zugelassen, unter anderem für die Behandlung nach ischämischem Schlaganfall und bei kognitiven Störungen. Die zugrunde liegenden Studien stammen überwiegend aus russischen Publikationen und erfüllen häufig nicht die westlichen Standards für Verblindung und Registrierung. In der EU und den USA ist Semax nicht zugelassen und wurde dort nie klinisch geprüft. In Tiermodellen ist die Erhöhung von BDNF und eine verbesserte Leistung in Lerntests gut dokumentiert.
In der Anwendungspraxis wird Semax überwiegend als Nootropikum zur Unterstützung von Konzentration und geistiger Belastbarkeit eingesetzt.






