Über HCG (Humanes Choriongonadotropin)
HCG ist ein Glykoprotein aus zwei Untereinheiten: einer Alpha-Kette mit 92 und einer Beta-Kette mit 145 Aminosäuren, die nur aneinanderliegen, ohne chemisch verbunden zu sein. Einzeln ist keine der beiden aktiv. Die Alpha-Kette ist identisch mit der von LH, FSH und TSH; die Beta-Kette ähnelt der von LH so stark, dass HCG denselben Rezeptor bedient. Der Unterschied liegt in der Haltbarkeit: HCG trägt am Beta-Ende ein stark verzuckertes Anhängsel, das die Niere am schnellen Ausscheiden hindert – während LH nach einer halben Stunde weg ist, bleibt HCG über einen Tag im Kreislauf.
Was in Studien beobachtet wurde: HCG ist seit Jahrzehnten zugelassen – zur Auslösung des Eisprungs in der Kinderwunschbehandlung und zur Behandlung des hypogonadotropen Hypogonadismus beim Mann. Weil es am LH-Rezeptor der Leydig-Zellen ansetzt, regt es die Hoden direkt zur Testosteronproduktion an, ohne den Umweg über die Hirnanhangsdrüse; genau deshalb bleibt unter HCG die Hodengröße erhalten, anders als unter zugeführtem Testosteron. Natürlicherweise wird HCG vom Vorläufergewebe der Plazenta gebildet und hält den Gelbkörper aktiv – und weil es früh und hoch im Urin auftaucht, ist es die Substanz, die jeder Schwangerschaftstest nachweist.



