Über PE-22-28
PE-22-28 ist ein Spectrin-abgeleitetes Peptid mit einem ungewöhnlichen Wirkprinzip: Es blockiert einen Ionenkanal namens TREK-1. Dieser Kanal sitzt unter anderem in serotonergen Nervenzellen und dämpft deren Aktivität – ist er offen, sind die Zellen schwerer erregbar. Genetisch veränderte Mäuse ohne TREK-1 zeigen ein Verhalten, das dem unter Antidepressiva entspricht, und das brachte den Kanal als Zielstruktur ins Spiel. PE-22-28 schließt ihn pharmakologisch. Der Unterschied zu klassischen SSRI liegt im Ansatzpunkt: Diese erhöhen die Serotonin-Konzentration im synaptischen Spalt, PE-22-28 verändert die Erregbarkeit der Zellen selbst.
Was in Studien beobachtet wurde: Kontrollierte Studien am Menschen existieren nicht; PE-22-28 ist in keinem Land zugelassen und hat keine klinische Prüfung durchlaufen. Die Datenlage stammt aus Nagermodellen. Dort zeigten sich in Verhaltenstests, die zur Prüfung antidepressiver Wirkung eingesetzt werden, Effekte nach wenigen Tagen – deutlich schneller als die zwei bis vier Wochen, die klassische Antidepressiva bis zum Wirkeintritt benötigen. Zusätzlich wurde eine Zunahme neu gebildeter Nervenzellen im Hippocampus beschrieben. Ob sich davon etwas auf den Menschen übertragen lässt, ist offen.
In der Anwendungspraxis wird PE-22-28 überwiegend im Kontext von Stimmung und Stressresistenz eingesetzt.




