Über Glutathion
Glutathion ist ein Tripeptid aus Glutaminsäure, Cystein und Glycin – und das wichtigste Antioxidans, das der Körper selbst herstellt. Fast jede Zelle enthält es in millimolarer Konzentration. Die Arbeit macht dabei ein einziger Schwefel-Wasserstoff-Rest am Cystein: Er gibt ein Elektron an ein freies Radikal ab und macht es damit unschädlich, wobei zwei Glutathion-Moleküle zu einem Paar zusammenklappen. Ein Enzym trennt sie anschließend wieder. Das Verhältnis von getrennter zu gepaarter Form gilt als der zentrale Messwert für den oxidativen Zustand einer Zelle. Zweite Funktion: In der Leber hängt Glutathion sich an Giftstoffe und macht sie wasserlöslich und ausscheidbar – darauf beruht seine Rolle als Standardgegenmittel bei Paracetamolvergiftung.
Was in Studien beobachtet wurde: Die intravenöse Gabe von Glutathion ist bei bestimmten Vergiftungen und in der Chemotherapiebegleitung klinisch etabliert. Für die Hautaufhellung, die in Asien der häufigste Verwendungsgrund ist, existieren mehrere kleine kontrollierte Studien, die eine Abnahme des Melaningehalts der Haut zeigten – die Aussagekraft ist wegen geringer Teilnehmerzahl und kurzer Laufzeit begrenzt. Die philippinische Arzneimittelbehörde hat vor der intravenösen Anwendung zu diesem Zweck ausdrücklich gewarnt. Oral eingenommenes Glutathion wird im Darm weitgehend in seine Bausteine zerlegt, weshalb der Blutspiegel dabei kaum ansteigt.



