Über Tirzepatid
Tirzepatid ist ein Doppel-Agonist: Ein Molekül bedient gleichzeitig den GLP-1- und den GIP-Rezeptor. Beide gehören zu den Inkretinen – Darmhormonen, die nach dem Essen freigesetzt werden. GLP-1 verstärkt die Insulinantwort, bremst die Magenentleerung und meldet Sättigung. GIP wirkt zusätzlich direkt auf das Fettgewebe und beeinflusst dort, wie Nährstoffe eingelagert werden. Die Kombination beider Signalwege wirkt stärker als jedes einzeln. Ein zusätzlicher Kniff steckt in der Struktur: Eine Fettsäurekette bindet das Molekül an Albumin, wodurch die Halbwertszeit auf etwa fünf Tage steigt und eine wöchentliche Gabe möglich wird.
Was in Studien beobachtet wurde: Tirzepatid ist als Mounjaro (Diabetes) und Zepbound (Adipositas) zugelassen. In der Zulassungsstudie SURMOUNT-1 mit 2.539 Teilnehmern ohne Diabetes sank das Körpergewicht unter der höchsten Dosis von 15 mg wöchentlich nach 72 Wochen um durchschnittlich 20,9 % gegenüber 3,1 % unter Placebo – deutlich mehr als unter Semaglutid im direkten Vergleich. Beim Typ-2-Diabetes erreichte ein erheblicher Teil der Teilnehmer HbA1c-Werte im Normbereich. Häufigste unerwünschte Wirkungen sind Übelkeit, Durchfall und Erbrechen, überwiegend während der Dosissteigerung.





