Über Kisspeptin-10
Kisspeptin-10 ist das kurze, aktive Endstück des körpereigenen Kisspeptins, abgelesen vom KISS1-Gen. Es sitzt an der Spitze der Fortpflanzungsachse: Im Hypothalamus bindet es an den Rezeptor KISS1R und veranlasst dort Nervenzellen, GnRH auszuschütten. GnRH weist die Hirnanhangsdrüse an, LH und FSH freizugeben, und erst diese wirken auf Hoden beziehungsweise Eierstöcke. Kisspeptin ist damit das Startsignal einer vierstufigen Kaskade.
Was in Studien beobachtet wurde: Wie zentral diese Rolle ist, zeigt sich bei Menschen mit defektem KISS1R: Bei ihnen bleibt die Pubertät aus, obwohl alle nachgeschalteten Organe funktionsfähig sind – es fehlt schlicht das Startsignal. In kontrollierten Studien an gesunden Freiwilligen löste intravenöses Kisspeptin-10 innerhalb weniger Minuten einen messbaren LH-Anstieg aus, gefolgt von Testosteron beim Mann. Der Effekt ist kurz, weil das Peptid rasch abgebaut wird. Kisspeptin ist in keiner Indikation zugelassen; die Studien stammen aus der akademischen Grundlagenforschung.




