Über Retatrutide
Retatrutide ist ein Dreifach-Agonist: Ein einziges Molekül bedient die Rezeptoren von GLP-1, GIP und Glukagon gleichzeitig. Die ersten beiden sind Darmhormone, die nach dem Essen ausgeschüttet werden und Sättigung melden sowie die Magenentleerung verlangsamen. Der dritte, Glukagon, ist der klassische Gegenspieler des Insulins – er steigert den Energieverbrauch und den Fettabbau in der Leber. Genau dieser dritte Arm unterscheidet Retatrutide von Semaglutid, das nur GLP-1 bedient, und von Tirzepatid mit zwei Rezeptoren. Statt nur die Kalorienaufnahme zu senken, wird zusätzlich der Verbrauch angehoben.
Was in Studien beobachtet wurde: In der Phase-2-Studie mit 338 übergewichtigen Teilnehmern nahm das Körpergewicht unter der höchsten Dosis von 12 mg wöchentlich nach 48 Wochen um durchschnittlich 24,2 % ab – unter Placebo waren es 2,1 %. Das ist der bislang höchste Wert, der für eine Einzelsubstanz in dieser Indikation berichtet wurde. Ein Plateau war am Studienende noch nicht erreicht. Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Verstopfung, dosisabhängig und überwiegend leicht bis mittelschwer. Retatrutide befindet sich in Phase-3-Prüfung und ist bislang in keinem Land zugelassen.







