Über B12 (Methylcobalamin)
Methylcobalamin ist eine der beiden im Körper aktiven Formen von Vitamin B12 – kein Peptid, sondern ein Vitamin mit einem Kobaltatom im Zentrum. Das unterscheidet es von Cyanocobalamin, der billigeren Standardform in Präparaten: Diese muss der Körper erst umbauen, Methylcobalamin ist sofort einsatzbereit. B12 wird an zwei Stellen gebraucht. In den Mitochondrien beim Abbau bestimmter Fettsäuren und Aminosäuren, und im Zellplasma bei der Umwandlung von Homocystein zu Methionin – einem Schritt, der zugleich die Methylgruppen für die DNA-Synthese liefert. Fällt B12 aus, stockt beides: Die Blutbildung leidet, weil Zellen sich nicht mehr richtig teilen können, und die Myelinscheiden der Nerven werden geschädigt.
Was in Studien beobachtet wurde: Bei nachgewiesenem B12-Mangel ist die Substitution eine der am besten belegten Therapien überhaupt – die Blutwerte normalisieren sich innerhalb von Wochen, neurologische Ausfälle bilden sich zurück, sofern sie noch nicht zu lange bestehen. Injiziert wird vor allem dann, wenn die Aufnahme über den Darm gestört ist, etwa bei fehlendem Intrinsic-Faktor nach Magenoperationen oder bei perniziöser Anämie. Bei Menschen ohne Mangel ließ sich in kontrollierten Studien kein Nutzen zeigen: Weder Energieniveau noch kognitive Leistung verbesserten sich, überschüssiges B12 wird schlicht über die Niere ausgeschieden.



